Für Beamte: Weil nicht nur gesetzliche Krankenkassen Lücken haben: Beihilfeergänzungstarife

Beamte haben einen beamtenrechtlichen Beihilfeanspruch gegenüber ihrem Dienstherrn.
Abhängig vom Beihilfeträger (Bund, Bundesland  etc.), Familienstand und Anzahl der Kinder erhält der Beamte und seine beihilfeberücksichtigungsfähigen Familienangehörigen Beihilfe.
Fehlende Gelder in den Kassen des Bundes und der Länder führen auch in der Krankenfürsorge der Beamten, ähnlich der Leistungskürzungen in der gesetzlichen Krankenversicherung, immer öfter zu Beihilfereformen einhergehend mit Reduzierung und Streichung von Beihilfeleistungen.
Hier hilft der Beihilfeergänzungstarif und zwar vorsorglich, aber Sie sollten die richtige Art des Beihilfeergänzungstarif gewählt haben.

Der Beihilfe-Restkostentarif garantiert die Leistungen in Höhe des vereinbarten Prozentsatzes und ist nicht an die Leistungen der Beihilfe gekoppelt. Die Beihilfe dagegen bietet keine garantierte Leistung, sie kann künftig gekürzt werden.
Ohne einen Beihilfeergänzungstarif haben Beamte in der Regel Eigenanteile zu tragen. Und diese sind umso höher je höher der Beihilfebemessungssatz ist, wie zwei Beispiele zeigen:

verschreibungspflichtiges Medikament – nicht beihilfefähig – Kosten  20 €

Beihilfeanspruch 70%    Erstattung   0 €
Beihilfetarif 30%           Erstattung  7 €            Eigenbeteiligung 14 €
Beihilfeanspruch 50%    Erstattung  0 €
Beihilfetarif 50%           Erstattung  10 €            Eigenbeteiligung 10 €
Hörgerät Kosten 4.000 € – beihilfefähige Aufwendung max. 1.500 €
Beihilfeanspruch 70%    Erstattung   1.050 €
Beihilfetarif 30%           Erstattung   1.200 €            Eigenbeteiligung 1.750 €
Beihilfeanspruch 50%    Erstattung     750 €
Beihilfetarif 50%           Erstattung  2.000 €            Eigenbeteiligung 1.250 €

Das Tarifangebot der Beihilfeergänzungstarife, die diese voraussichtlich zukünftig (aufgrund von Beihilfereformen) noch größer werdende Versorgungslücke schließen soll, muss allerdings sehr genau betrachtet werden. Nicht jeder Beihilfeergänzungstarif deckt diese Leistungen sinnvoll ab.

Die Tarife unterscheiden sich nicht nur in den versicherten Leistungen, wie zum Beispiel Hilfsmittel, Material-
und Laborkosten oder Kurtagegeld, sondern auch in der Höhe der Leistungen. Die versicherten Leistungen der Tarife
sind sehr unterschiedlich und zusätzlich oft von der Beihilfefähigkeit der einzelnen Leistung abhängig.
Allgemein kann zwischen folgenden Arten unterschieden werden:
Verdoppelung der Leistungen von beihilfefähigen Leistungen
Hier ist zu beachten, dass die vereinbarte Leistung aus dem Beihilfeergänzungstarif nur so lange eine Leistung
erbracht wird, solange auch die Beihilfe eine Erstattung vorsieht. Die Höhe ist ebenfalls von der Beihilfeerstattung abhängig.
Mit Blick auf die Zukunft ein eher schwacher Beihilfeergänzungstarif, da infolge von Beihilfekürzungen auch der Beihilfeergänzungstarif weniger leistet.
Der Tarif BC der Debeka gehört in diesen Bereich.
Prozent-Tarife
Diese Beihilfeergänzungstarife richten sich an der Höhe der Beihilfe aus. Wer einen Beihilfeanspruch in Höhe von 70% hat, sichert den Beihilfeergänzungstarif in gleicher Höhe ab.
Hier ist zu unterscheiden, ob die Übernahme von Kosten nur für beihilfefähige Aufwendungen erstattet werden oder unabhängig von der Beihilfefähigkeit.
Diese Tarife stocken nur die prozentualen Leistungen der Beihilfe auf. Eine ggf. vorhandene Versorgungslücke aus dem PKV-Restkostentarif wird über diese Tarife nicht abgedeckt.
In diese Gruppe gehören die Tarife der Barmenia, Signal, Continentale und UniVersa.
Aufstockung der Leistungen (beihilfefähige und nicht beihilfefähige Aufwendungen)
Auch in diesen Tarifen ist zu unterscheiden, ob die Übernahme von Kosten nur für beihilfefähige Aufwendungen erstattet werden oder unabhängig von der Beihilfefähigkeit. Die Erstattungshöhe richtet sich hier am Rechnungsbetrag aus.
Es werden auch ggf. bestehende Leistungsbegrenzungen aus dem Restkostentarif aufgestockt.
Tarife der DBV, Concordia und DKV gehören in diese Gruppe.
Aber auch diese Tarife unterscheiden sich je nach Anbieter stark. Insbesondere bieten einige Tarife keine zusätzlichen  Leistungen für Hilfsmittel an. Mit Ausnahme der Sehhilfen einer der wichtigsten Bereiche, da bereits heute ein hohes Kostenrisiko zu erkennen ist.
Diese Leistungen sind bereits heute in einigen Beihilfeverordnungen mit stark gekürzten beihilfefähigen Leistungen
abgebildet, andere Beihilfeverordnungen regeln bereits heute, dass hier zukünftig jederzeit Höchstbeiträge eingeführt werden dürfen.
Beihilfeergänzungstarife ohne Hilfsmittel werden von der Alte Oldenburger, DKV, Hallesche und Nürnberger angeboten.
Fazit:

Der Beihilfeergänzungstarif ist ein wichtiger Baustein für Beihilfeberechtigte insbesondere mit Blick auf die Zukunft.

Er bietet Leistungen und stockt die Beihilfelücke auf oder schließt die Beihilfelücke im besten Fall.

Um annähernd an einen Versicherungsschutz in Höhe von 100% zu gelangen, ist das Zusammenspiel aus den Leistungen der Beihilfe, des Restkostentarifes und dem Beihilfeergänzungstarif ausschlaggebend.

Über die tarifliche Betrachtung hinaus sollte bei der Wahl der Gesellschaft auch der Blick auf den Lebenszyklus des Beamten geworfen werden. Der Versicherungsschutz im Lebenszyklus eines Beamten muss regelmäßig angepasst werden. Nicht jede Konstellation kann durch jede Gesellschaften sinnvoll abgebildet werden.

Einige Gesellschaften, wie z.B. die DBV, Concordia und Signal haben sich auf den Bereich öffentlichen Dienst und Beamte spezialisiert und werden sicherlich heute und in Zukunft deutlich flexibler auf Veränderungen reagieren können.

Auch die Debeka und HUK haben sich auf Beamte und den öffentlichen Dienst spezialisiert, bieten ihre Tarife jedoch nicht über freie Makler an.

Wünschen Sie ein Angebot zu einem Beihilfeergänzungstarif?

 

 

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